Eckweiler
Einwohner März 1975: ca. 270
Ortsbürgermeister bis 10.06.1979: Herr Brückner
Die Ortsgemeinde Eckweiler gibt es nicht mehr. Sie wurde Opfer des „Kalten Krieges". Am 10.06.1979 wurde die Gemeinde aufgelöst und in die Stadt Sobernheim eingegliedert. In den 70er Jahren gehörte der Bundeswehr-Flugplatz Pferdsfeld fest in die westliche Verteidigungsstrategie. Täglich starten und landen 40 - 50 Düsenjäger. Für die Dörfler aus Eckweiler wurde das Militär zum Alltag, für die Hälfte der Familien auch Brötchengeber. Man arrangierte sich. „Bei Beerdigungen wurde 30 Minuten Flugpause gemacht", erinnert sich Flugsicherungsoffizier Norbert Müller aus Eckweiler. Mit der Umrüstung auf die Phantom-Jäger im Herbst 1975 wurde der Lärm jedoch unerträglich. Durch den Lärm des Flugbetriebes musste Eckweiler an eine Umsiedlung denken, die dann 1976 endgültig beschlossen wurde. Als Umsiedlungsort wurde der Leinenborn im Osten der Stadt Sobernheim ausgewählt. 1978 begannen dort die Erschließungsarbeiten und 1979/1980 zogen die ersten Umsiedler in ihre neuen Häuser. In den Jahren 1981/1982 wurde dann der Ort Eckweiler - mit Ausnahme der Kirche - eingeebnet. Eine Initiative erreichte, dass die evangelische Kirche von Eckweiler unter Denkmalschutz gestellt wurde, das rettete sie. „Damals war es nicht vorstellbar, dass der Flugbetrieb irgendwann einmal eingestellt werden würde. Wir haben in unserer Heimat, so weh es uns tat, keine Zukunft mehr gesehen", sagte Werner Bohn. Er hat sich kommunalpolitisch für die Umsiedlung stark gemacht. Eine Vernunftentscheidung. „Die Jungen wären sowieso gegangen, das Dorf wäre auf Raten ausgestorben".
Zur Geschichte:
Eckweiler lag am Südwest-Abhang des Soonwaldes auf uraltem Siedlungsboden. Als feste Siedlung entstand es wohl, wie alle „Weiler"-Orte unserer Gegend, im 9. Jahrhundert. Seine Geschichte war immer eng mit dem Walde verbunden, ebenso mit der Geschichte des kleinen Gotteshauses, das um 990 von Erzbischof Willigis in der Nähe von Auen erbaut wurde und den Namen „Gehinkirche" erhielt. Politisch gehörte Eckweiler, wie die anderen Orte des Amtes Winterburg, zur Grafschaft Sponheim. Von einem Sohn der Gemeinde singt man im ganzen deutschen Land, von Friedrich Wilhelm Utsch, dem „Jäger aus Kurpfalz". Er wurde an der Gehinkirche begraben; am Entenpfuhl wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Durch Eckweilers Lage an der Poststraße Sobernheim-Gemünden hatte das Dorf eine gewisse Bedeutung als Umspannstation. Seine zentrale Lage war auch Anlass, dass bereits vor dem Jahre 1800 Kram- und Viehmärkte eingerichtet wurden, die bis in die neuere Zeit Bestand hatten. Beginnender wirtschaftlicher Aufschwung zeichnete sich ab, doch der Zweite Weltkrieg brachte einen schweren Rückschlag: am 18. März 1945 wurden die Kirche, das Pfarrhaus, 14 Wohnhäuser, 20 Stallungen, 19 Scheunen völlig, 9 weitere Gebäude teilweise vernichtet; 90 Stück Großvieh kamen in den Flammen um. Mit der Wiederherstellung wurde begonnen. Doch schon 1951 sollte der Flugplatz Pferdsfeld ausgebaut werden. Die ersten Wiesen und Äcker am Rande des Dorfes wurden hierzu genutzt. In den 60er Jahren entstand das Neubaugebiet mit 14 neuen Häusern. Nach der Auflösung der Ämter und Bildung von Verbandsgemeinden 1969 wurde Eckweiler 1970 der Verbandsgemeinde Sobernheim zugeteilt. Am 10.06.1979 wurde die Ortsgemeinde Eckweiler aufgelöst und in die Stadt Sobernheim eingegliedert.
Zum Wappen:
Durch die Auflösung der Gemeinde am 10.06.1979 ist dieses Wappen rechtsunwirksam geworden. Beschreibung: Das Wappen zeigt einen gespaltenen Schild, der vorn rot-silbern geschacht ist, während die hintere Hälfte in Rot einen goldenen Eichbaum zeigt. Begründung: Eckweiler gehörte einst zur hinteren Grafschaft Sponheim, daher deren Wappen in der vorderen Schildhälfte, während die heraldische Eiche an den Ortsnamen anknüpft in dem Eckweiler als „Ekweiler, Eichweiler" gedeutet wird.
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