Bad Sobernheim
Stadtbürgermeister
Michael Greiner
AnschriftMarktplatz 11
Ort55566 Bad Sobernheim
Telefon06751 / 81-122
Telefax06751 / 81-120
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Die Stadt Bad Sobernheim, anerkannt als „Felke-Heilbad", liegt an der mittleren Nahe und den Südhängen des Hunsrücks/Soonwaldes, umgeben von Wäldern, Wiesen und Weinbergen. Ein mildes Reizklima, viele sonnige Tage, ein ausgedehnter Herbst und ein milder Winter tragen dazu bei, dass dieses Gebiet zu den sonnigsten Regionen Südwestdeutschlands zählt. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen laden ein zu einem erholsamen Urlaub an der Nahe. Genießen und Wohlfühlen - Weinbautradition und weltbekannte Küchenchefs machen das Naheland zur Region der kulinarischen Erlebnisse. Wegen der zentralen Lage ist Bad Sobernheim auch ein idealer Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Region. In Bad Sobernheim befindet sich das Rheinland-Pfälzische Freilichtmuseum. Überaus malerisch im Nachtigallental gelegen, zeigt das Freilichtmuseum auf besonders anschauliche Weise, wie die Menschen in Rheinland-Pfalz auf dem Lande während der vergangenen Jahrhunderte gelebt, gewohnt und gearbeitet haben. Hierzu sind für die verschiedenen rheinland-pfälzischen Landschaften vier Museumsdörfer entstanden. 36 historische Gebäude wurden vor Ort Stein für Stein, Holz für Holz abgebaut und dann im Freilichtmuseum originalgetreu wieder aufgebaut und bis ins Detail eingerichtet. Eine Zeitreise in die Vergangenheit bietet auch das „Heimatmuseum" in Bad Sobernheim. Bilder, Plastiken und Notenhandschriften bekannter Sobernheimer Künstler werden hier ausgestellt. Zahlreiche Dokumente, Bücher und Zeitschriften des Kurbegründers und Pastors Emanuel Felke finden in der Ausstellung besondere Beachtung. Der Besuch des 3,5 km langen Barfußpfades zwischen Bad Sobernheim und Staudernheim ist ein Erlebnis der besonderen Art, wobei man sowohl die schöne Landschaft als auch körperliches Wohlbefinden gleichzeitig erleben kann. Hier sind vielseitige Erlebnisstationen, insbesondere Flussüberquerungen durch eine Furt und über eine Hängebrücke eine besondere Attraktion. Ein weiteres Ausflugsziel ist die Klosterriune Disibodenberg in der Nähe von Bad Sobernheim. Hier hatte der irische Mönch Disibodus um das Jahr 640 ein Kloster gegründet. Die bekannteste Frau des Mittelalters, die Hl. Hildegard von Bingen (1106 - 1151) lebte hier über 40 Jahre. Die Mauerreste der gewaltigen Abtei und der Marienkapelle weisen auf die beachtliche Bautätigkeit der Zisterzienser hin. Die Geschichte und das Ausmaß der Bauleistungen ist im Klostermuseum dokumentiert. Weiterhin findet man hier Freizeitangebote wie Radeln, Wandern, Reiten, Angeln, Segelfliegen, Tennis, Golfen, Minigolfen und Schwimmen. Ein Besuchermagnet ist in jedem Sommer das neu gestaltete Erlebnis-Freibad. Ob Riesenrutsche, Strömungskanal, Kinder- oder Schwimmerbecken, das Erlebnis-Freibad mit seinen ausgedehnten Liegewiesen, Volleyballfeld, Tischtennisplatten und Spielplatz bietet Erholung und Spaß für die ganze Familie. Bad Sobernheim ist auch ein „Kur-, Wellness- und Gesundheitszentrum". Die bekannte „Felke-Kur" wird in drei privat geführten Kurhäusern angeboten. Eingebettet in das wunderschöne Nahetal bieten alle drei Kurhäuser Erholung und Entspannung auf sehr hohem Niveau an. Die vier Felkeelemente (Licht, Luft, Wasser und Lehm) haben sich als perfekte Wellness-Vital-Kombination erwiesen.
In der Grube einer ehemaligen Ziegelei von Bad Sobernheim wurden prächtige Fossilien von Pflanzen aus der Rotliegend-Zeit (Perm) vor etwa 290 Millionen Jahren entdeckt. Der Gattungsname „Sobernheimia" eines dieser Pflanzenfossilien erinnert an den Fundort. Manchmal kamen dort ganze Stämme von Schachtelhalmen und Sequoien zum Vorschein. Fossile Pflanzen aus Sobernheim werden im Paläontologischen Museum in Nierstein präsentiert. Bad Sobernheim Ortsteil Steinhardt, ist als Weinort für seine sogenannten „Steinhardter Erbsen" bekannt. Diese Sandsteine in Form einer Kugel enthalten rund 30 Millionen Jahre alte Pflanzen- und Tierreste aus dem Oligozän. Bei den „Steinhardter Erbsen" umschließt Schwerspat pflanzliche und tierische Fossilien. Sie sind vermutlich in Thermen entstanden, die offenbar an eine Störung bei Steinhardt gebunden waren und Bariumchlorid geführt haben. Wenn Pflanzen und Tiere in einem oxidierenden Milieu verwesen, bildet sich Schwefelwasserstoff, der mit Bariumchlorid zu Schwerspat (Baryt) reagiert. Dabei wird Sand um die Fossilien eingeschlossen. Pflanzenreste wie Holz und Koniferenzapfen werden meist in Baryt umgewandelt, nur Blätter treten als Abdrücke auf. Der „Steinhardter Hof" im Ortsteil Steinhardt diente gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Räubern Peter Petri, genannt „Schwarzer Peter" und Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes" zeitweise als Unterschlupf. (Quelle: Peter Bayerlein: Schinderhannes-Ortslexikon, S. 232)
Zur Geschichte:
Zur Jungsteinzeit (ca. 3000-1800 v.Chr.) und während der sog. Hunsrück-Eifel-Kultur (600-100 v.Chr.) wurde ebenso wie in der Römerzeit hier gesiedelt. Ab etwa 450 n.Chr. ließen Franken eine neue Siedlung entstehen. Erst im Jahre 1074 wurde diese „villa" (=Dorf) „Suberenheim" erstmals in einer Urkunde für das Kloster Ravengiersburg erwähnt. Die Bewohner Sobernheims waren Ackerbürger, Bauern und Handwerker und lebten bis in die Neuzeit hinein in erster Linie von der Landwirtschaft, vom Wald und vom Weinbau. Gewerbe und Handel waren vorhanden, jedoch oft verbunden mit Landwirtschaft. In der Stadt hatten mehrere Mönchsorden Besitzungen. Ferner waren mehrere Adelsgeschlechter ansässig, so die Grafen von Sponheim, die Raugrafen und die Ritter von Steinkallenfels. Die Verwaltung leitete ein erzbischöflicher Schultheiß, dem mindestens seit 1269 drei Schöffen zur Seite standen. Sie bildeten auch das erste Stadtgericht. Im Jahre 1259 wurde Sobernheim vom Disibodenberg getrennt; nur die Pfarrdienste blieben in der Hand der Mönche. Sobernheim erhielt viermal Stadtrechte: 1292 von König Adolf von Nassau, 1324 von König Ludwig IV. dem Bayern, 1330 von Erzbischof Balduin von Trier und Mainz und wiederum 1857 vom König von Preußen. Im Jahre 1403 werden neben dem erzbischöflichen Schultheiß, ein Bürgermeister und 14 Schöffen aus der Bürgerschaft genannt. Zu der Zeit lebten hier auch schon Juden, die sich im Handel betätigten. Die ev. Pfarrkirche St. Matthias stammt in ihrem ältesten Teil, dem Willigisturm, aus der zeit um 1000. Die Schiffe und der Glockenturm wurden im 14. und 15. Jahrhundert neu erbaut. Sobernheim besitzt zwei alte Kapellen: St. Marien im Disibodenberger Hof (jetzt Fa. Druckerei Melsbach) und die Kapelle der Johanniter (oder Malteser) aus dem 15. Jahrhundert. 1741 wurde eine neue lutherische Philippskirche eingeweiht, 1898/99 die katholische Pfarrkirche St. Matthäus in neugotischem Stil errichtet. Im Jahre 1471 eroberte Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz auch Sobernheim für die Kurpfalz. Zwei große Brände verwüsteten 1567 und 1689 fast die ganze Stadt. Der älteste Teil des Rathauses wurde 1535 erbaut und 1805 sowie 1837 bzw. 1861/62 erweitert. Eine Schule bestand nach 1530. In der damaligen Johanniterkommende wurde 1821 eine „Höhere Stadtschule" eingerichtet, die Vorläuferin des jetzigen Gymnasiums. Eine steinerne Brücke über die Nahe gab es seit 1423/26; nach einem Hochwasser, bei dem die Nahe ihr Bett nach Süden verlegte, stand sie ab 1627 trocken in den Wiesen und wurde erst 1867/68 durch den noch stehenden Bau ersetzt. Mit der Eroberung durch die Franzosen in den Jahren 1792-97 endete die Fürstenherrschaft. Sobernheim wurde Sitz einer „Mairie" (Bürgermeisterei) mit den Orten Wald-, Thal- und Schloßböckelheim, Steinhardt, Boos, Oberstreit, Bockenau, Burgsponheim und Sponheim sowie eines „Friedensgerichtes" (1879 „Amtsgericht"). Nach der Vertreibung der Franzosen kam es 1815 an Preußen und blieb Sitz einer Bürgermeisterei im neuen Kreis Kreuznach. Im Jahre 1817 wurden auch hier die getrennten ev. Konfessionen zusammengeschlossen. Die jüdischen Gemeindemitglieder errichteten sich im Jahre 1858 eine Synagoge, 1938 wurde das Gotteshaus geplündert und demoliert. Die industrielle Entwicklung fasste hier nur sehr langsam Fuß, auch nach dem Anschluß an die Rhein-Nahe-Saar-Bahn im Jahre 1859. Eine Kartonagendruckerei gab es seit 1832, eine Strumpffabrik ab 1865, eine Gelatinefabrik seit 1886/87, ferner eine Blechwarenfabrik und nach 1900 zwei Ziegeleien. Die Kreissparkasse Kreuznach wurde hier 1878 gegründet und 1912 nach Bad Kreuznach verlegt. Ein katholisches Krankenhaus entstand 1886, eine Niederlassung der Rheinischen Diakonie 1889. Die preußische Regierung trennte die Stadt im Jahre 1888 von den Landgemeinden und fasste diese zu einer eigenen Bürgermeisterei Waldböckelheim zusammen. Eine neue Entwicklung begann nach 1900 mit der Einführung der Felke-Kur. Pastor Emanuel Felke kam 1915 selbst nach Sobernheim, wo er bis zu seinem Tode im Jahre 1926 wirkte. Sein Schüler Dhonau errichtete ab 1907 ein Felke-Kurhaus über der Nahe; weitere Häuser gab es 1924 (Stassen), 1926 (Neues Leben) und 1928 (Menschel). Das kleine Amt Meddersheim wurde 1935 zuerst in Personalunion und 1940 ganz mit Sobernheim zu einem neuen Amt Sobernheim zusammengeschlossen. Durch die rheinland-pfälzische Verwaltungsreform in den Jahren 1969/70 wurde die Verbandsgemeinde Sobernheim gebildet. Ursprünglich gehörten 20 Ortsgemeinden und die Stadt Sobernheim hierzu, nach der Auflösung der Ortsgemeinden Pferdsfeld und Eckweiler im Jahre 1979 gehören heute neben der Stadt 18 Ortsgemeinden zur Verbandsgemeinde. Der Zweite Weltkrieg brachte neben Personenverlusten auch Schäden durch Bombenabwürfe der Alliierten. Der Wiederaufbau begann mit der Währungsreform von 1948 und ließ eine Stadt von ca. 7000 Einwohnern entstehen, in der Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen das wirtschaftliche Leben bestimmen. Mehrere zentrale Schulen, großzügige Sportanlagen und die Erhebung zu einem Felkeheilbad bilden weitere Marksteine der jüngsten Entwicklung.
Seit dem 11. Dezember 1995 darf die Stadt Sobernheim den Namenszusatz „Bad" führen.
Zum Wappen:
Beschreibung: Auf Schwarz ein goldener Löwe, Rot bekront und bewehrt, rote Zunge, ein silbernes Rad haltend. Auf Silber ein blaues Wellenband. Die dreitürmige Festungsmauer in grau-braun. Begründung: Sobernheim gehörte bis 1462 bzw. 1472 zur Kur-Mainz (Mainzer Rad), ging dann an den Pfalzgrafen Friedrich von Siegreichen über und stand 300 Jahre unter der Herrschaft der Kurpfalz (Pfälzischer Löwe). Die Mauerkrone entspricht der im Jahre 1924 (Jahr der Einführung des Wappens) maßgebende Vorschrift und erinnert an die frühere Eigenschaft der Stadt als befestigter selbständiger Ort. Das blaue Wellenbad bezieht sich auf die Nahe, die an der Stadt vorbeifließt.
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